MASSENVERGEWALTIGUNGEN IM OSTKONGO
MASSENVERGEWALTIGUNGEN IM KONGO (KNA/epd) Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker gegen die zunehmende sexuelle Gewalt gegen Frauen im Ostkongo zu engagieren. Die außenpolitische Sprecherin Kerstin Müller bezeichnete vor der Presse systematische Vergewaltigungen als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Trotzdem müssten die Täter bis heute kaum Folgen fürchten. „Hier muss die Politik aktiv werden, denn die Opfer haben sonst keine Stimme“, so Müller. Die kongolesische Frauenrechtlerin Immaculee Birhaheka sprach von einer sehr hohen Dunkelziffer vergewaltigter Frauen. Allein in der ostkongolesischen Provinz Nordkivu habe es im ersten Halbjahr 2008 rund 27.000 dokumentierte Vergewaltigungen gegeben. Indem Kämpfer verschiedener Milizen die Frauen des gegnerischen Lagers schwer verletzten oder mit HIV infizierten, zerstörten sie bewusst die Familien- und Dorfstrukturen. Statt Hilfe zum Schutz vor Vergewaltigungen gebe es von der internationalen Gemeinschaft vor allem Lippenbekenntnisse, sagte die Gründerin der Hilfsorganisation medica mondiale, Monika Hauser. Birhaheka kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie den Familien von Mitgliedern der Rebellenorganisationen im Osten Kongos immer noch Visa erteile. Müller zufolge hielten sich führende Vertreter der Rebellenorganisation FDLR in Deutschland auf und organisierten von hier aus Verbrechen. (Aus kfd direkt, Oktober 2008)